Gerichtsfotos für die Speisekarte: ehrlich fotografieren, sinnvoll einsetzen
Gute Speisekartenfotos zeigen das tatsächlich servierte Gericht. Diese Anleitung hilft bei Vorbereitung, Aufnahme, Auswahl und Pflege – mit Checkliste und einem konkreten Beispiel.

Ein Gerichtsfoto erfüllt eine praktische Aufgabe: Es soll Gästen zeigen, was sie ungefähr bestellen. Dafür braucht es weder ein Fotostudio noch aufwendige Dekoration. Wichtiger sind eine realistische Portion, ein ruhiger Bildaufbau und eine Darstellung, die zum tatsächlich servierten Teller passt.
Die folgenden Empfehlungen sind redaktionelle Praxisvorschläge. Sie helfen Ihnen, einen einfachen und wiederholbaren Fotoablauf aufzubauen. Bilder bleiben dabei optional: Ein Gericht ohne geeignetes Foto ist besser als eines mit einer irreführenden, veralteten oder technisch schlechten Aufnahme.
Das servierte Gericht bleibt der Maßstab
Fotografieren Sie eine Portion, die nach denselben Vorgaben wie eine reguläre Bestellung angerichtet wurde. Verwenden Sie das übliche Geschirr und zeigen Sie Beilagen, Garnitur und Saucen dort, wo Gäste sie später tatsächlich vorfinden. Zusätzliche Zutaten nur für das Foto erzeugen falsche Erwartungen.
Kontrollieren Sie vor der Aufnahme drei Punkte: Entspricht die Menge dem Küchenstandard? Sind alle sichtbaren Bestandteile im Angebot enthalten? Lässt sich diese Anrichtung auch während eines gut besuchten Services zuverlässig wiederholen? Wenn eine Frage mit Nein beantwortet wird, sollte zuerst das Gericht oder seine Beschreibung geklärt werden.
Kennzeichnen Sie Symbolbilder, Illustrationen oder digital erzeugte Motive eindeutig. Solche Bilder können eine Kategorie begleiten, sollten aber nicht wie eine dokumentarische Aufnahme eines konkreten Gerichts wirken.
Ein einfacher Aufnahmeplatz für vergleichbare Bilder
Richten Sie einen festen Platz nahe einem Fenster ein, jedoch ohne direktes, hartes Sonnenlicht. Schalten Sie gemischte Raumbeleuchtung aus, wenn sie sichtbare Gelb- oder Grünstiche verursacht. Ein neutraler Tisch, eine schlichte Unterlage und möglichst gleiches Geschirr erleichtern eine einheitliche Bildserie.
Fotografieren Sie mehrere Varianten: einmal leicht schräg, einmal von oben und einmal etwas näher. Halten Sie das Smartphone gerade, reinigen Sie die Linse und vermeiden Sie den Digitalzoom. Für die Speisekarte wählen Sie anschließend nur eine klare Hauptansicht. Detailaufnahmen können appetitlich wirken, dürfen aber Portionsgröße und Beilagen nicht verbergen.
Legen Sie für wiederkehrende Fototermine eine Markierung für Teller und Smartphone fest. So lassen sich neue Saisonangebote ergänzen, ohne dass jede Aufnahme einen anderen Stil erhält.
Auswahl und Bearbeitung ohne Schönfärberei
Bearbeiten Sie Helligkeit, Ausschnitt und Weißabgleich zurückhaltend. Farben sollten dem Gericht am Tisch entsprechen. Starke Sättigung, künstliche Dampf- oder Glanzeffekte und das nachträgliche Vergrößern einzelner Zutaten erschweren eine ehrliche Einschätzung.
Prüfen Sie das Bild nicht nur groß auf einem Monitor, sondern auch klein auf einem Smartphone. Dort müssen Gericht, Tellerkante und wesentliche Bestandteile schnell erkennbar bleiben. Verwenden Sie ähnliche Seitenverhältnisse, damit Karten und Listen ruhig wirken. Bewahren Sie zusätzlich eine unveränderte Originaldatei auf; so können Sie später einen anderen Ausschnitt erstellen.
Benennen Sie Dateien eindeutig, beispielsweise „kuerbissuppe-2026-09.jpg“ statt „IMG_4831.jpg“. Das Datum erleichtert die Pflege, ist aber eine redaktionelle Organisationshilfe und keine Aussage über technische Funktionen von MenüQR.
Mobile Darstellung vor Veröffentlichung prüfen
Prüfen Sie Ihre Karte mit vergrößertem Text auf einem schmalen Smartphone. W3C zu Reflow Quelle öffnen: Gewöhnliche Inhalte sollen bei 320 CSS-Pixeln grundsätzlich ohne zweidimensionales Scrollen nutzbar sein; Ausnahmen gelten.
Öffnen Sie jede bebilderte Menüseite auf mindestens einem schmalen Smartphone. Prüfen Sie, ob Bilder vollständig oder sinnvoll zugeschnitten erscheinen und ob Name, Preis und wichtige Hinweise lesbar bleiben. Zoomen Sie zusätzlich stark hinein. Wenn Text über Bilder gelegt wird, kann er je nach Motiv schwer lesbar werden; getrennte Textbereiche sind meist robuster.
Langsame oder instabile Verbindungen gehören ebenfalls in den Test: Die Bezeichnung eines Gerichts muss auch dann verständlich sein, wenn das Bild verzögert erscheint oder nicht geladen wird.
Alt-Texte nach dem Zweck des Bildes schreiben
Das W3C-Tutorial zu Bildern Quelle öffnen unterscheidet nach der Funktion: Inhaltlich wichtige Bilder benötigen eine passende Textalternative; rein dekorative Bilder erhalten einen leeren Alternativtext. Die Formulierung richtet sich somit nicht allein danach, was sichtbar ist, sondern wozu das Bild an dieser Stelle dient.
Beschreiben Sie bei einem informativen Gerichtsfoto knapp die erkennbaren, bestellrelevanten Merkmale. Wiederholen Sie nicht unnötig die vollständige Beschreibung. Für „Kürbisrisotto“ könnte ein Alt-Text lauten: „Kürbisrisotto mit gerösteten Kürbiskernen und Salbeiblättern“. Formulierungen wie „Bild von“ sind meist entbehrlich.
Ein atmosphärisches Hintergrundmotiv ohne zusätzliche Information sollte nicht mit einer langen Szenenbeschreibung belastet werden. Entscheidend ist eine redaktionelle Einzelfallprüfung des Bildzwecks.
Arbeitsblatt für Aufnahme, Rechte und Pflege
Dieses Arbeitsblatt ist eine redaktionelle Organisationshilfe und keine Rechtsberatung. Füllen Sie es für jedes Motiv aus. Bei ungeklärter Herkunft oder fehlender Freigabe veröffentlichen Sie das Bild vorerst nicht.
Hypothetisches Beispiel: Für eine saisonale Kürbissuppe notiert der Betrieb „reguläre 300-ml-Portion“, „eigenes Foto“, „Aufnahme am 18. September“, „Freigabe durch Küchenleitung“ und „erneut prüfen, wenn Garnitur oder Geschirr wechseln“. Das ausgewählte Foto zeigt exakt die angebotenen Kerne und das übliche Brot. Ein stärker dekoriertes Motiv wird verworfen.
Vergleichen Sie Ihre fertige Bildserie anschließend mit dem Beitrag Digitale Speisekarte erstellen Quelle öffnen. So prüfen Sie Bilder nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit Menüstruktur, Bezeichnungen und Beschreibungen.
- Gericht, Variante und reguläre Portionsgröße notieren
- Sichtbare Zutaten mit Rezeptur und Beschreibung abgleichen
- Urheber, Aufnahmedatum und interne Freigabe dokumentieren
- Nutzungsumfang bei externen Bildern schriftlich klären
- Bild auf schmalem Smartphone und bei starker Vergrößerung prüfen
- Alt-Text nach dem konkreten Zweck formulieren
- Termin oder Anlass für die nächste Aktualitätsprüfung festlegen
Quellen und weiterführende Artikel
- Digitale Speisekarte erstellen Quelle öffnen
- QR-Code für die Speisekarte erstellen Quelle öffnen
- Gerichtsbeschreibungen schreiben Quelle öffnen
- W3C WAI: Images Tutorial Quelle öffnen
- W3C: WCAG 2.2 – Reflow Quelle öffnen
Häufige Fragen
Braucht jedes Gericht ein Foto?
Nein. Bebildern Sie nur Gerichte, für die eine aktuelle und repräsentative Aufnahme vorliegt. Einheitliche Fotos ausgewählter Hauptgerichte wirken verlässlicher als eine vollständige Sammlung mit stark wechselnder Qualität. Präzise Namen und Beschreibungen müssen auch ohne Bild funktionieren.
Darf ein generiertes Bild ein echtes Gerichtsfoto ersetzen?
Als dokumentarische Darstellung eines konkreten Gerichts sollte es nicht eingesetzt werden. Nutzen Sie generierte Motive höchstens eindeutig gekennzeichnet als Illustration oder dekoratives Kategoriebild. Zutaten, Portion und Anrichtung des bestellbaren Gerichts sollten dadurch nicht behauptet werden.
Wann sollte ein Foto ersetzt werden?
Prüfen Sie es bei Änderungen an Rezeptur, Portion, Garnitur, Geschirr oder Präsentation. Auch ein technisch gutes Foto gehört ausgetauscht, sobald es das aktuelle Angebot nicht mehr zutreffend wiedergibt.